Test 1: Menschen im Sushi-Restaurant
Menschen sind wohl die grösste Herausforderung für jeden Bild-KI-Generator. Bei Gesichter, Hände, Blicke und Emotionen stolpern die Modelle schnell. Also habe ich gleich zu Beginn einen schwierigen Prompt gewählt:
PROMPT: Fotorealistisches Bild einer fröhlichen Gruppe von 4 jungen Erwachsenen in einem modernen Sushi-Restaurant, eine grosse Platte Sushi in der Mitte, alle lachen, essen, halten Stäbchen in der Hand, warme Stimmung …

ChatGPT
Alle Personen schauen in dieselbe Richtung, nämlich ans andere Ende der Tischkante. Der Herr im Jeans-Hemd ist sehr hungrig und gleich mit zwei Paar Stäbchen unterwegs. Frech, aber ok. Doch die Position seiner rechten Stäbchen wirft Fragen auf. Und auf der Platte fehlen fünf Stück Sushi, doch wo hätten die überhaupt noch Platz gehabt?

Freepik
Freepik liefert auf den ersten Blick ein schöneres Resultat, mit einem eher „fotografischen“ Look. Aber auch hier finden wir wieder die bekannten KI-Fehler: unnatürliche Stäbchenhaltungen, seltsame Blickrichtungen, übervolle Platten.
- Fazit: Realistisch wirkende Szenen mit Menschen sind auch für diese KI noch eine echte Herausforderung.
Test 2: Der Mond über den Baumwipfeln
Letztes Wochenende habe ich den Mond knapp über den Tannenwipfeln fotografiert. Für mein Hobby-Equipment war das Bild überraschend gut. Nur der Mond selbst hätte etwas schärfer sein dürfen. Also dachte ich mir, das kann KI sicher noch etwas besser als ich.
PROMPT: Fotorealistisches Bild einer grossen, hell leuchtenden Vollmondscheibe am Nachthimmel. Im Vordergrund ragen die dunklen Silhouetten von Tannenbäumen nach oben, sodass ihre Spitzen teilweise den unteren Rand des Mondes überdecken. Der Himmel ist tiefschwarz ohne Sterne…

ChatGPT
Das Bild von ChatGPT sah so realistisch aus, dass ich es problemlos als echtes Foto durchgehen lassen würde. Feine Details auf der Mondoberfläche, ein stimmiger Vordergrund mit den Bäumen . Ob die Perspektive wirklich möglich wäre, weiss ich nicht. Aber rein visuell, ein Volltreffer.

Freepik
Hier musste ich den Prompt leicht anpassen, aber das Ergebnis war trotzdem nicht überzeugend. Zwar ein schöner Mond, aber die Bildkomposition wirkte künstlich. Die Stimmung kam nicht so rüber wie in meinem Original.
- Fazit: Hier hat die KI mein eigenes Foto übertroffen.
Test 3: Das klassische Katzenbild
Wenn Menschen schwierig sind und der Mond trickreich, dann bleibt noch der Evergreen: die Katze.
PROMPT: Fotorealistische schlanke tricolor Katze (weiß, schwarz, rotbraun), sitzt im Garten auf Wiese mit Blumen, seitliches Sonnenlicht, glänzendes Fell, sanfte Schatten, wache Augen, unscharfer Hintergrund…

ChatGPT
Absolut überzeugend. Die Katze sitzt realistisch im Licht, mit feinen Details an den Ohren und einer natürlichen Haltung. Ich war ehrlich erstaunt, wie „echt“ das wirkt.

Freepik
Sieht nach einem sehr gesättigten Handyfoto aus. Könnte echt sein, aber irgendwie doch ein bisschen „KI-Glow“
- Fazit: Hier musste ich zweimal hinschauen, um sicher zu sein.
Mein Fazit
Wir schreiben bereits das dritte Quartal 2025 und KI-Bilder sind an einem Punkt angekommen, an dem man sie kaum mehr von echten Fotos unterscheiden kann. Besonders bei Tieren oder Landschaften wird es immer schwieriger. Doch bei Bildern mit Menschen verraten oft die kleine Details, ob das Bild echt ist oder mit einer KI generiert. Aber auch dort holt die Technologie rasant auf.
Was heisst das für uns? Für Kreative eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten, Bilder in Sekunden zu erzeugen. Gleichzeitig wird es immer schwerer, Realität und KI-Fiktion auseinanderzuhalten.
Ich bin extrem gespannt, was die nächsten Monate und Jahre bringen. Werden wir bald gar nicht mehr unterscheiden können, ob ein Bild echt ist?